"Wir wollen weiterhin eine Bewegung sein, die offen und zugänglich ist."


Copyright Fotos: https://streikhaus.ch/



Wer seid ihr?

Die Menschen hier im Haus setzen sich aus verschiedenen Kollektivs zusammen, die für den Frauen*streik 2019 aktiv waren, sowie Menschen, die sich vernetzen möchten und weitere queer-feministische Projekte entwickeln wollen.


Warum braucht es ein Streikhaus? Was hat es mit Streiken zu tun?

Im vergangenen Jahr hat die feministische Bewegung – insbesondere in Vorbereitung auf den feministischen Streik am 14. Juni – eine unglaubliche Dynamik entwickelt. Unzählige Gruppen sind aus dem Boden geschossen und haben unermüdlich zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, Diskussionen, Ausstellungen und Aktionen organisiert. Auch nach dem 14. Juni wird sich das Zürcher Kollektiv weiter für einen feministischen Wandel in der Gesellschaft einsetzen. Unser Streik und unsere Forderungen waren in der ganzen Stadt präsent, und wir wollen weiterhin eine Bewegung sein, die sichtbar und zugänglich bleibt. Deshalb haben wir uns für das Quartierhaus im Bezirk 5 beworben und den Zuschlag erhalten – die Zürcher Streikbewegung unterhaltet nun ein ganzes Haus, unter dessen Dach sich verschiedene engagierte feministische Strukturen vernetzen und neue politische Projekte entstehen können.


Was macht ihr genau?

Das feministische Streikhaus ist einer von zu wenig nicht kommerziellen Plätzen in Zürich. Es schafft Räume damit sich unterschiedlichste FLTIQ* Menschen (Frauen, Lesben, Trans, Inter & Queer) austauschen können. Sonst gibt es in Zürich nur sehr wenig Raum, in denen Themen, welche diesen Gruppen wichtig sind, reflektiert werden. Im Haus können so Ideen erarbeitet werden, die weitergehen, als sie in einem institutionalisierten Rahmen je Platz haben.

Das Haus hat auch einen grossen solidarischen Anspruch. Wir unterstützen uns bei Herausforderungen und erarbeiten gemeinsam im Kollektiv Lösungen. So wurde beispielsweise ein Awareness Konzept erarbeitet, um für einen bewussten Umgang untereinander zu sensibilisieren.

Jeweils freitagnachmittags von 15:00 bis 19:00 findet das Streikbüro statt, welches offen ist für alle. Dort können alle neugierigen Menschen vorbei kommen und sich informieren. Weiter finden regelmässig Bewegungsangebote statt wie zum Beispiel Breakdance- oder Selbstverteidigungskurse. Es gab auch schon gemeinsame Filmabende, Lesungen, Heldin*nen*bars, Workshops, Siebdrucken etc. Auf der Homepage wird über kommende Veranstaltungen informiert (https://streikhaus.ch). Einmal im Monat gibt es ein grosses Vernetzungstreffen des Streikkollektivs, an welchem wir Aktionen besprechen.



Copyright Fotos: https://streikhaus.ch/



An wen richtet sich euer Angebot?

Das Streikhaus ist primär offen für alle FLTQI* Menschen. Es gibt vereinzelt Veranstaltungen die als „all gender“ gekennzeichnet sind. Das Haus ist groß genug, um viel Platz für neue Projekte zu schaffen. Konzepte für eine Bibliothek, eine Veranstaltungsreihe, einen Bandraum, Tanz- und Bewegungsangebote und vieles mehr werden erarbeitet – es ist möglich sich bereits bestehenden Arbeitsgruppen anzuschliessen oder selber ein neues Projekt zu initiieren.


Wie kann ich mitmachen?

Komm im Streikbüro vorbei, schreibe uns eine Mail oder komm an eine offene Haussitzung!


Wie finanziert ihr euch?

Wir finanzieren uns durch Spenden sowie durch die Einnahmen der Soliparties.


Feminismus ist....?

Die Analyse und Kritik an bestehenden patriarchalen Machtverhältnissen und Strukturen. Eine solche ist stets abhängig vom Kontext. So auch die feministische Reaktion darauf. Folglich macht es mehr Sinn von „Feminismen“ im Plural zu sprechen. Dies auch, weil jede*r Feminist*in entscheidet, wie sie ihre/seine diskursiven und praktischen Schwerpunkte setzt. Wobei solidarisches Handeln als feministische Praxis eine Konsequenz davon ist.


Mit welchen Vorurteilen habt ihr zu kämpfen?

Ja, es gibt Vorurteile aber es gibt auch unterschiedlichste Menschen, die sich als Feminist*innen identifizieren, deshalb macht es keinen Sinn diese Vorurteile zu benennen und so zu reproduzieren. In unseren Treffen und Gruppen diskutieren und reflektieren wir unsere eigenen stereotypen Vorstellungen, denn keine ist frei von Vorurteilen. Solche Denkmuster sind durch unsere Sozialisierung im Patriarchat fest verankert und oft unsichtbar in unseren Köpfen. Diese gilt es zu erkennen, zu reflektieren und aufzubrechen.


Gibt es euch auch in anderen Städten?

Das Frauen*streik Kollektiv ist schweizweit vernetzt und es haben sich in allen Kantonen Kollektive gebildet.


Welche Politiker*innen vertreten am ehesten eure Prinzipien?

Wie gesagt, es gibt unterschiedlichste Menschen, die sich als Feminist*innen identifizieren und diesen politischen Kampf führen. Es ist darum nicht möglich Politiker*innen zu nennen.


Wie nennt ihr das da unten?

Eine Auswahl: Vulva, Muschi, Pussy, Vagina (englisch ausgesprochen), Möse, Punani, Yoni, Mumu

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