"Die Grenzen unserer Sprache sind die Grenzen unserer Welt."

Ludwig Wittgenstein

 

 

Wie die Vertreter*innen der Sprechakttheorie, gehen auch wir davon aus, dass die Sprache für uns Menschen nicht nur ein Instrument darstellt, um die Wirklichkeit zu beschreiben, sondern um diese zu formen und zu konstruieren. Tatsachen und Handlungen werden zwar sprachlich abgebildet, gleichzeitig aber auch gestaltet und verändert. Was nicht benannt wird, existiert nicht. Darum ist es wichtig, dass und wie etwas benannt wird.

Unserer Meinung nach wird in der heutigen Gesellschaft viel zu wenig über "das da unten" gesprochen. Diese Tabuisierung bewirkt, dass viele nicht wissen, wie ihr Geschlechtsteil genau aussieht oder sich dafür schämen, weil es nicht der angeblichen Norm entspricht. Zudem wird im deutschsprachigen Raum oftmals von Vagina als dem weiblichen* Geschlechtsorgan gesprochen. Vielen ist dabei aber nicht bewusst, dass dieser Begriff nur einen Teil des gesamten Geschlechtsorgans umfasst: Die Vagina ist der Muskelschlauch, der zur Gebärmutter führt und beim Sex beispielsweise vom Penis penetriert wird. Die für die Lust der Frau* wichtige Klitoris ist nicht Teil davon. 

Der umfassendere Begriff Vulva wird leider nur selten verwendet. Auch unser Umfeld und wir selber haben aufgrund mangelhafter Aufklärung meist den Begriff Vagina verwendet, was wir vor dem Hintergrund unseres heutigen Wissens bedauernswert finden.

 

Mit dem Projekt "das da unten" erhoffen wir uns, zu einer besseren Aufklärung und zur Sichtbarkeit im öffentlichen Raum beizutragen sowie das sexuelle Selbstbewusstsein von Mädchen* und Frauen* zu stärken. Wir wollen Normalisierung und mehr Liebe für Vulven in allen Farben und Formen. 

Das Gender-Sternchen (*) verwenden wir, um unterschiedliche Geschlechts-ldentiäten einzuschliessen. Dazu gehören auch Personen, die nicht "biologisch" weiblich sind, sich jedoch trotzdem als Frau definieren, fühlen oder verstehen, ebenso wie Menschen, die eine Vulva besitzen, sich aber nicht als Frau definieren oder sich keinem Geschlecht zuordnen wollen.

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